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Nähen mit Softshell für Kinder

27. Januar 2026 By cailin Kommentar verfassen

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Heute schauen wir uns an, wie du Softshell mit einer normalen Nähmaschine nähen kannst  – und warum er viel weniger kompliziert ist, als sein Ruf vermuten lässt. Viele haben großen Respekt davor, Softshell zu vernähen. Dabei ist er  erstaunlich anfängertauglich und ein richtig toller Stoff für praktische Kinder-Projekte wie Jacken, Westen oder Matschhosen.

Die gute Nachricht ist: Softshell lässt sich problemlos mit einer normalen Haushaltsnähmaschine nähen. Mit der richtigen Nadel, einem passenden Garn und ein paar einfachen Tipps kannst du auch als Nähanfänger tolle Projekte aus Softshell nähen. In diesem Beitrag erfährst du, worauf du beim Nähen von Softshell achten solltest – von der Auswahl der Nadel über das richtige Fixieren der Stofflagen bis hin zu Pflege und Reinigung.

Ist Softshell wasserdicht?

Nein, im Gegensatz zu Hardshell-Stoffen ist Softshell normalerweise nicht vollständig wasserdicht, sondern wasserabweisend. Bei leichtem Regen perlt Wasser zunächst ab, bei längerem oder stärkerem Regen kann Feuchtigkeit jedoch durch den Stoff dringen. Wie wasserabweisend der Stoff ist, hängt außerdem stark von der konkreten Qualität und Beschichtung ab.

Softshell besteht nämlich üblicherweise aus zwei bis drei Schichten:

  • Das Oberflächenmaterial: Dies ist die äußere Schicht, die Schutz vor Wind und leichtem Regen bietet. Die glatte, beschichtete Oberfläche sorgt dafür, dass Feuchtigkeit abperlt und ist dabei trotzdem atmungsaktiv.
  • Das Innenfutter: Die innere Schicht ist oft mit weichem Fleece oder einem anderen isolierenden Material wie Velours gefüttert, um Wärme und Komfort zu bieten.
  • Manchmal beinhaltet der Stoff eine Membran oder Zwischenschicht. Diese Schicht verstärkt die wasser- und windabweisenden Eigenschaften von Softshell und ist in der Regel dampfdurchlässig. So ermöglicht sie den Feuchtigkeitstransport von innen nach außen, während gleichzeitig äußere Nässe abgehalten wird.

Ist Softshell schwer zu nähen?

Nein. Viele Anfänger haben großen Respekt vor dem Nähen von Softshell, aber das ist gar nicht notwendig. Mit ein paar einfachen Tipps ist er ein dankbarer Stoff, der sich ziemlich einfach vernähen lässt.

Um Softshell zu nähen, verwendest du einen normalen Gradstich, eventuell mit einer etwas größeren Stichlänge bis zu 3,5mm. Da der Stoff recht dick ist, kann es sein, dass du die Oberfaden-Spannung etwas runtersetzen musst.

Welche Nadel brauche ich zum Nähen von Softshell?

Für Softshell kannst du eine ganz normale Universalnadel in Stärke 80–90 verwenden, die du wahrscheinlich sowieso schon zuhause hast.

Bei besonders dichtem oder beschichtetem Softshell kann auch eine Microtex-Nadel geeignet sein, damit beim Nähen kein Loch im Softshell entsteht. Bei dieser Nadel ist die Spitze besonders schmal, aber nicht spitz. So dringt sie auch in dicht gewebte Stoffe ein, ohne ihn zu verletzen. Diese Nadel ist allerdings auch besonders empfindlich und muss daher regelmäßig ausgetauscht werden.

Eine Jerseynadel ist übrigens nicht geeignet, da sie eine runde Spitze hat und daher schlecht durch die beschichtete Seite des Stoffs kommt.

Welches Garn?

Du brauchst kein besonderes Garn für Softshell, du kannst einfach einen Allesnäher aus Polyester nehmen. Da der Stoff besonders dick ist, empfiehlt es sich hier noch mehr als sonst, auf ein hochwertiges Garn zu achten. Günstiger Faden ist meist fusselig und hat mal dickere und mal dünnere Stellen, daher reißt es leichter und führt schneller zu „Fadensalat“ in der Maschine.

Softshell stecken: Stoffklammern oder Stecknadeln?

Beim Nähen solltest du Softshell auf jeden Fall fixieren, da sich die Stofflagen sonst gegeneinander verschieben können. Dann werden die Nähte schief oder die Lagen passen nicht mehr zueinander. Ob sich dafür Stoffklammern oder Stecknadeln besser eigenen ist eine heiß diskutierte Frage, aus meiner Sicht ist beides gut möglich.

Stoffklammern

Meist wird empfohlen, für das Stecken von Softshell Stoffklammern zu verwenden, da sie den Stoff nicht durchbohren. Für das Bild habe ich es zwar ausprobiert, aber ich persönlich arbeite einfach lieber mit Stecknadeln. Ich finde, dass sie sich beim Nähen viel leichter aus dem Stoff entfernen lassen. Aber das ist vermutlich Geschmackssache. 🙂

Stoffklammern sind eigentlich für Softshell ideal.

Stecknadeln

Stecknadeln sind eigentlich für Softshell nicht ideal, denn sie hinterlassen kleine Löcher in der äußeren Schicht, die nicht wieder zugehen. Außerdem gehen die Stecknadeln auch nicht so einfach durch den festen Stoff, du musst also beim Stecken etwas Kraf aufwenden. Ich benutze trotzdem meist normale Stecknadeln und stecke sie einfach ganz am Rand des Stoffes innerhalb der Nahtzugabe. Denn dann sind die Löcher im Inneren des Kleidungsstücks und von außen sind keine Löcher zu sehen.

Tipp: Stecke innerhalb der Nahtzugabe

Textil-Kleber

Wenn du etwas mitten im Stoff befestigen möchtest (Taschen, Tunnelzug,…),  dann kannst du Textilkleber verwenden. Unter anderem gibt es doppelseitig klebende Patches (z.B. von „Stylefix“) oder Klebebänder (z.B. „Wondertape“), die sich beim Waschen wieder auflösen. So bist du sicher, dass keine Löcher im Stoff sind.

Ich habe zum Annähen von aufgesetzten Taschen allerdings auch schon mal Stecknadeln verwendet (wenn du genau hinsiehst, kannst du es links im Bild erkennen) und sie hinterließen keine sichtbaren Löcher (im Bild rechts).

Aufgesetzte Taschen mit Textilkleber oder doch mit Stecknadeln befestigen?

Muss man Softshell versäubern?

Softshell muss eigentlich nicht versäubert werden, da er nicht ausfranst. Du kannst die Kanten also einfach offen lassen, wie hier im Inneren des Fäustlings Fridolin:

Softshell franst nicht – Versäubern ist optional.

Oft werden die Kanten trotzdem versäubert, damit die Innenseite der Kleidung sauber und professionell aussieht. Das habe ich beispielsweise an der Bündchen-Naht des Handschuhs gemacht, die ich mit dem Fake-Overlock-Stich meiner Nähmaschine genäht habe:

Versäuberte Kanten sehen trotzdem oft ordentlicher aus.

Alternativ dazu kannst du die Kanten auch mit Schrägband einfassen, das sieht auch sehr schön aus, zum Beispiel am Halsausschnitt.

Was kann man alles aus Softshell nähen?

Am häufigsten wird Softshell für Übergangsjacken benutzt – Allerdings ist das Nähen einer Jacke aufgrund der Komplexität des Schnittes und dem Einnähen des Reißverschlusses nicht unbedingt das ideale Anfängerprojekt. Du kannst das Material aber auch für Überziehhosen, Westen oder Handschuhe verwenden – diese Projekte sind deutlich einfacher und eignen sich gut für den Einstieg. Ein schönes Beispiel: die Handschuhe Hendrik – ein kleines, dankbares Softshell-Projekt für den Einstieg.

Auch aus den Resten von Softshell kann man noch so einiges nähen, dazu habe ich vor einer Weile mal einen Blog-Beitrag geschrieben:

Nähen mit Softshell-Resten

Dort findest du Links zum Nähen von Utensilos, Kleinkind-Handschuhen, Federmäppchen, Mützen, Turnbeuteln und einiges mehr.

Hat Softshell einen Fadenlauf?

Softshell hat einen Fadenlauf, auch wenn er nicht immer einfach zu sehen ist. Du kannst ihn daran erkennen, dass Softshell meist quer elastischer ist als längs. Allerdings gibt es große Unterschiede, wie elastisch der Softshell überhaupt ist. Ob du beim Nähen den Fadenlauf beachten musst, hängt also sowohl von den Eigenschaften deines Softshells als auch von dem Schnitt ab, den du nähst. Wenn du beispielsweise eine recht körpernahe Jacke nähst, solltest du sie im Fadenlauf nähen, ist es ein eher weites Kleidungsstück, kommt es nicht so sehr darauf an.

Kann man Softshell bügeln?

Ich habe persönlich noch Softshell gebügelt, da er eigentlich nicht knittert. Solltest du den Stoff trotzdem bügeln wollen, zum Beispiel um eine Nahtzugabe flacher zu bekommen, stelle das Bügeleisen nicht zu heiß ein, auf niedrige bis maximal mittlere Temperatur. Außerdem bietet es sich an, ein Baumwoll-Stoff oder ein Küchenhandtuch zwischen das Bügeleisen und den Stoff zu legen. Vorsicht ist hier besonders wichtig, denn Softshell besteht meist aus mehreren laminierten Schichten, die bei zu viel Hitze schmelzen oder sich voneinander lösen können. Manchmal zeigt sich das wohl erst nach einer Weile, wenn plötzlich Blasen an der gebügelten Stelle sichtbar werden.

Mach also unbedingt zuerst eine Bügelprobe – am besten auf einem Stoffrest oder an einer verdeckten Stelle im fertigen Kleidungsstück (z. B. unter dem Arm).

Ein Wermutstropfen ist allerdings: Selbst wenn du vorsichtig bügelst und der Stoff keinen Schaden nimmt, bekommst du die Nähte bei Softshell oft nicht wirklich flach, da der Stoff recht formstabil und „bügelresistent“ ist. Die Nahtzugaben springen nach dem Bügeln oft sofort wieder in ihre urpsrüngliche Position.

Wenn du eine Nahtzugabe flach haben möchtest, gibt es zwei bügelfreie Alternativen, die du in Betracht ziehen kannst:

  • Handstiche: Fixiere die Nahtzugabe mit ein paar losen Handstichen, die du nach dem weiteren Vernähen wieder entfernst. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn du die Stofflagen auseinander legen möchtest, damit die Nähmaschine besser über eine dicke Stelle mit vielen Stofflagen nähen kann.
  • Zusätzliche Steppnaht: Nähe knapp neben der eigentlichen Naht noch eine weitere Naht, um die Zugabe niedrig zu halten. Wenn du dabei beide Nahtzugaben auf eine Seite legst, sieht man von außen dann zwar zwei Nähte, aber wenn sie sauber und parallel verlaufen, fällt das kaum auf. Da kann zum Beispiel bei einer Kapuze sinnvoll sein, die auch von innen sauber und ordentlich aussehen soll. Bei wasserdichter Regenkleidung solltest du jedoch im Hinterkopf behalten, da jede zusätzliche Naht potenziell Wasser durchlassen kann.

Softshell vorwaschen oder nicht?

Da Softshell beim Waschen nicht einläuft, muss er vor dem Nähen nicht vorgewaschen werden – Du kannst mit dem Nähen einfach loslegen. Das ist ganz praktisch, da der Stoff nach dem Kauf ja immer besonders formstabil ist. 🙂

Solltest du den Stoff dennoch vorwaschen wollen, zum Beispiel um Rückstände zu beseitigen, kannst du den Stoff vor dem Zuschneiden entsprechend den Pflegehinweisen des Herstellers waschen.

Softshellkleidung in der Maschine waschen

Deine genähte Kleidung aus Softshell ist recht robust und muss nicht bei jeder Verschmutzung in die Waschmaschine. Viele Flecken kannst du schnell mit einer weichen Bürste entfernen (z.B. getrockneter Matsch) oder mit einem feuchten Tuch abwischen (z.B. Bonbonreste).

Wenn das nicht reicht, kannst du Softshell aber auch ohne Probleme in der Waschmaschine waschen. Bei richtiger Pflege schadet häufiges Waschen dem Stoff nicht, beachte dazu einfach die Pflegehinweise. Vor allem ist es wichtig, die Waschtemperatur einzuhalten, denn bei zu hohen Temperaturen kann Softshell kaputt gehen. Wenn du die Pflegehinweise nicht (mehr) hast, sind hier ein paar allgemeine Empfehlungen zum Waschen in der Waschmaschine:

  • Schließe vor dem Waschen alle Verschlüsse und wähle einen Schonwaschgang mit möglichst niedriger Temperatur (30°/40°C).
  • Softshell sollte bei maximal 800 Umdrehungen geschleudert werden, das ist beim Schonwaschgang aber normalerweise sowieso voreingestellt.
  • Manchmal wird empfohlen, die Bekleidung mit viel klarem Wasser auszuspülen, damit keine Rückstände des Waschmittels am Softshell haften bleiben. An vielen Waschmaschinen gibt es dazu die die Funktion „Extra Spülen“.
  • Keinen Weichspüler verwenden.

Softshell wieder wasserdicht machen

Nach mehrmaligem Waschen kann es sein, dass der Stoff nicht mehr so wasserabweisend ist. Das kannst du daran erkennen, wenn das Wasser an der Jacke nicht mehr abperlt, sondern in den Stoff einzieht. Dann kannst du den Stoff einfach mit einem für Softshell geeigneten Imprägnierspray behandeln. So wird die Regenkleidung wieder besser wasserabweisend.


Wenn du jetzt Lust bekommen hast, Softshell auszuprobieren, dann fang am besten mit einem kleinen Projekt wie Handschuhen, einer Weste oder einer Überziehhose an. In der K-Nähleon-Bibliothek findest du passende Schnittmuster eir einen Fäustling oder eine Anleitung für eine weite Hose für deinen Einstieg.

Und wenn du noch Fragen hast: Schreib sie mir gern in die Kommentare – ich antworte so schnell ich kann. 🙂

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Viel Spaß und Erfolg beim Nähen!

Cailin


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Kategorie: Allgemein

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